Virus Mensch – Bedrohung im Universum?

Was würdest du unserem Nachbarplaneten Mars antworten, wenn er behaupten würde, dass wir Menschen nichts anderes wären als ein gefährlicher Virus im Universum? Eine provokante Ansicht, die sich hoffentlich leichter verstehen lässt, wenn wir uns aus dem Korsett unseres begrenzten irdischen Denkraumes befreien. Nehmen wir also beim Space-Walking wieder einmal unseren Heimatplaneten Erde von weiter Ferne ins Blickfeld.

Wir Menschen verstehen unter einem Virus eine winzige ansteckende organische Struktur, die auch außerhalb von Zellen existiert, aber kein eigenes Leben führt. Diese organische Struktur hat keinen eigenen Stoffwechsel und benötigt deshalb zum „Fortpflanzen“ eine geeignete Wirtszelle.

Sind wir Menschen aus dem Blickwinkel von Mars betrachtet also in Wahrheit leblose Zombies auf einem geduldigen nahrhaften Wirt – der Erde? Mars könnte so argumentieren.

Um ihm zu widersprechen, müssten wir Mars mal kurz erklären, was Leben den eigentlich sein soll. Er kennt das, was wir auf der Erde unter Leben verstehen, nämlich ganz sicher nicht. Hätte er einen Internetanschluss, würde er die Definition von Leben wohl hier in Wikipedia nachlesen.

Ich versuche es an dieser Stelle mit meinen eigenen Worten: Leben ist Bewegung, ist Aktivität zwischen Geburt und dem Tod eines mit der Umgebung interagierenden Körpers. Leben grenzt sich durch ständige Erneuerung und Veränderung des sichtbaren Körpers von der starren Natur unbelebter Dinge ab. Manchmal muss man allerdings ganz genau und länger hinsehen, um die Veränderung eines Körpers erkennen zu können. Das macht es uns schwer, Lebendes von Unbelebten abzugrenzen.

Menschliches Leben spielt sich für uns auf der Erde in Zeitspannen vor zweistelligen Jahreszahlen ab. Diese Zeitspanne muss für Mars wohl extrem kurz sein. Vermutlich liegt, dass, was wir als unser irdisches Leben definieren, unter seiner Wahrnehmungsschwelle. Wahrscheinlich hat Mars gar keine eigene Zeitrechnung, braucht er auch nicht. Im Universum verändern sich die für ihn sichtbaren Dinge nur, extrem langsam. Denn Zeit ist nur eine irdische, von uns Menschen erschaffene Denkkategorie mit einer für uns praktischen Skala. Mars kennt weder Stunden noch Tage, auch die Jahre zählt er nicht. Und wo keine Zeit, da kein beobachtbares Leben.

Zugegeben, sehr vereinfacht und provokant zusammengefasst. Aber vielleicht erkennt der eine oder andere Leser endlich, dass wir erst durch unser Denkvermögen auf die Manipulationsmöglichkeiten unserer Umwelt aufmerksam wurden und mittlerweile unersättlich vom Kapital des Denkens Gebrauch machen. Der Wert des Lebens entstand in den Köpfen der Menschen erst durch das „Denkmodell“ Zeit und das darauf folgende Erkennen von Veränderung.

Was wir bis heute mit unserem Denkvermögen alles erschaffen haben, könnte Mars also durchaus als Bedrohung für ihn und alle anderen, viel langlebigeren Himmelskörper interpretieren. Was er und die restlichen sonnennahen Planeten von unserem „Leben auf der Erde“ halten und wie sie darüber denken, kann man übrigens in meinem Buch „Das Planetengeflüster- über die Entdeckung der Menschen und den Zustand der Erde“ nachlesen.